Nach erfolgreichem Testlauf im Sommer 2024 setzt die Stiftung Zollverein die Schafbeweidung auf dem UNESCO-Welterbe fort und weitet das Projekt ab April 2025 deutlich aus. Im vergangenen Jahr waren erstmals zwölf Schafe auf dem Gelände unterwegs, um zu prüfen, ob ökologisches Mähen langfristig eine ressourcenschonende Alternative zur maschinellen Grünpflege darstellt. Das Ergebnis: Über 58.000 Quadratmeter – eine Fläche von acht Fußballfeldern – wurden erfolgreich abgegrast. Neben ihrem Beitrag zur nachhaltigen Grünpflege erwiesen sich die Tiere als echte Hingucker. Bis Ende Oktober ziehen nun mehrere Schafe und Ziegen die Blicke der Besucherinnen und Besucher auf sich – und leisten dabei wertvolle Arbeit für den Standort.
Die Grünflächen auf Zollverein sind sehr gut geeignet für eine umweltschonende Beweidung mit Schafen und Ziegen. Dabei handelt es sich um sogenannte extensive Landwirtschaft – eine naturnahe Methode mit wenig Technik, Dünger und Arbeitsaufwand. Die Tiere grasten in 2024 über 58.000 Quadratmeter ab und förderten gleichzeitig die Artenvielfalt auf dem Welterbe. Aufgrund dieser positiven Testphase wird das Projekt ab April 2025 ausgeweitet: Mehrere Schafe weiden auf wechselnden Grünflächen von Zeche und Kokerei. Dazu gehören wie im Vorjahr Drenther Heideschafe sowie Heidschnucken; ihnen stehen ein Bergschaf und ein Texelschaf zur Seite. Neu dabei sind außerdem mehrere Zwergziegen.
„Die Beweidung mit Schafen und Ziegen ist ein praktischer Beitrag zu unserem nachhaltigen Flächenmanagement auf dem Welterbe-Areal“, sagt Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein. „Sie hilft uns dabei, den Einsatz fossiler Ressourcen zu reduzieren und die biologische Vielfalt zu fördern. Die Tiere sind aber nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch echte Highlights für unsere Gäste.“
Beweidung zeigt weitere Vorteile
Durch ihr gezieltes Fressverhalten fördern Schafe und Ziegen eine vielfältige Pflanzenwelt, da sie dominante Arten zurückdrängen und so Raum für seltene Pflanzen schaffen. Diese Vielfalt bietet wiederum Lebensraum und Nahrung für viele Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Die Ziegen kommen vor allem an Orten mit Brombeersträuchern, die anderen Pflanzen das Licht nehmen, zum Einsatz. Im Gegensatz zu Schafen stören Ziegen die dornigen Sträucher nicht. Außerdem fressen sie nicht nur Gras, sondern auch invasive Arten (Neophyten), wie den Japanischen Staudenknöterich.
Die Tiere werden wie im Vorjahr von den beiden Schäfern Lukas Egerland und Axel Stock aus Sprockhövel betreut. Der Nachwuchs der Paarhufer ist bereits da und ergänzt die Herde: Die jüngsten Lämmer sind erst wenige Tage alt, acht weitere Geburten werden in den nächsten Wochen bis Ostern erwartet. Zwei bis drei Leitschafe geben der Herde Orientierung und sorgen für Ruhe und Zusammenhalt.